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ÄLTERE ARBEITNEHMER

Oder auch: Die Kurzsichtigkeit der Wirtschaft

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Um die Renten langfristig finanzieren zu können, sollen wir immer länger arbeiten, am besten bis 75. Doch, wenn es darauf ankommt, sind es zumeist die älteren Arbeitnehmer, die zuerst gekündigt oder gar nicht erst eingestellt werden. Hier erweist sich die Wirtschaft als kurzsichtig oder auch als schlicht und ergreifend dumm.

Welche Vorteile sollen jüngere Arbeitnehmer überhaupt haben, dass sie so bevorzugt werden?
- Sie haben sehr viel weniger Berufserfahrung, bringen oft nichts weiter mit als irgendwelchen blödsinnigen Kram, den sie in der Schule oder im Studium auswendig gelernt haben, der in der Praxis aber nicht anwendbar ist.
- Aus dem gleichen Grund sind sie auch schlechter ausgebildet.
- Wenn ihnen zwischendrin einfällt, eine Familie gründen zu wollen, muss man das als Unternehmer mittragen (Schwangerschaftsurlaub, Elternzeit, Krankheiten der Kinder). Ältere Arbeitnehmer haben dieses Abenteuer in der Regel schon hinter sich.
- Fleiß, Pflichtbewusstsein, Engagement, Verantwortungsbewusstsein und gutes Auftreten sind nicht unbedingt Attribute, die man jungen Leuten zurechnen würde.

Dies soll kein Plädoyer gegen jüngere Arbeitsnehmer werden. Schul- und Studienabgänger brauchen natürlich einen Job, um irgendwann einmal Berufserfahrung aufweisen zu können.
Dies soll auch kein Plädoyer gegen die Einstellung von Frauen und jungen Familienvätern werden. Die brauchen natürlich auch einen Job.
Es soll aber ein Plädoyer dafür sein, dass ältere, berufserfahrene Arbeitnehmer in einer gesunden Firma unverzichtbar sind.



Ältere Arbeitnehmer

© Konstantin Opel - "Gugg ma"
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Das Bild stammt aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de



Eine gute wirtschaftliche Leistung erbringt eine Firma vor allem dann, wenn sie Arbeitnehmer aus allen Altersgruppen aufzuweisen hat. Junge Leute mit frischen Ideen und alte Hasen, die ihnen sagen, warum diese Ideen nicht funktionieren oder wie sie funktionieren könnten. Leute, die einen Betrieb in- und auswendig kennen, weil sie inzwischen zum Inventar gehören, damit verwurzelt sind und ein Traditionsempfinden haben, sind ebenso wichtig wie der unverstellte Blick eines Neulings, der an den Grundfesten rüttelt.

Auch die Neueinstellung älterer Arbeitnehmer lohnt sich immer. Sie bringen einen reichen Erfahrungsschatz mit und vor allem sind sie es gewöhnt zu arbeiten. Sie bleiben also nicht wegen eines Schnupfens zu Hause, fallen wegen eines Irokesenschnitts unangenehm auf oder treten umgehend in das nächste Fettnäpfchen, das für sie bereit steht.
Natürlich ist dies etwas überspitzt gezeichnet. Die wenigsten Berufsanfänger fallen derart unangenehm auf. Und doch kann man sich bei älteren Arbeitnehmern eher sicher sein, dass sie nicht so schnell aus der Rolle fallen.

Bliebe noch: "wenn ich einen 50jährigen einstelle, bleibt der ja nicht lange in der Firma. Der geht bald in Rente, wenn ich Pech habe, wird er sogar Frührentner."
Komisch, dass das Bild von "ab 50 ist man alt und ab 60 ein tatteriger Greis" noch so sehr in unserer Gesellschaft verankert ist. Die Generation 50+ ist heute fitter denn je.

Und da wäre noch: "ein erfahrener Arbeitnehmer kostet viel mehr, weil er aufgrund seiner Erfahrung in eine höhere Gehaltsklasse einzustufen ist".
Ausnahmsweise mal richtig. Aber: es wird Zeit, dass "sich Arbeit wieder lohnt", wie es in populistischen Schlagwörtern so schön heißt. Ich würde eher sagen: es wird Zeit, dass Arbeit und vor allem Erfahrung wieder wertgeschätzt wird. Wer mit seiner Erfahrung drei Neulinge locker in die Tasche stecken kann, sollte auch mehr verdienen, allein schon, weil er dem Unternehmen nützt und zu dessen Gewinn beiträgt.



(Autor: IGiveInToSin)



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