DER DUFT EINES MANNES

Nichts wirkt erotischer auf eine Frau als der Duft des von ihr begehrten
Mannes. Am besten noch vermischt mit einem leichten Schweißgeruch, der
die Facetten dieses betörenden Chemiecocktails komplettiert.
Die Augen weiten sich unmerklich, der Puls erhöht sich um mehrere Schläge,
die Handflächen werden leicht feucht, während sich die
Nasenflügel aufblähen, um die Essenz dieses Genusses in sich aufnehmen
zu können.
Ein purer Rausch, die Nasenspitze entlang der Halsbeuge wandern zu lassen,
jeden einzelnen Zentimeter mit diesem besonderen Sinn zu erfassen und in
Gedanken das angenehme Gefühl abzuspeichern.
Somit kann man es jedes Mal wieder hervorrufen, wenn man allein an dem
Flakon mit genau diesem Parfum riecht. Oder ein getragenes Kleidungsstück
seines Geliebten besitzt, um es heimlich unter dem Kopfkissen zu haben.
Ein romantischer Gedanke, dem man sich nur allzu gern hingibt.
Oder man pilgert von Parfümerie zu Parfümiere und lässt sich genau dieses
Parfüm auf kleine, schmale Streifen sprühen. Und während man sich an diesem
unscheinbaren Papierchen labt, scheint man über den Asphalt zu schweben,
mit einem seligen Lächeln auf den Lippen.

© Josef T-Rezaie - "Futuristisch"
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Das Bild stammt aus der kostenlosen Bilddatenbank
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Jedes einzelne Bild der Begegnung spielt sich dann vor dem inneren Auge ab. Wie man ihm das Haar verwuschelt, über den feinen Stoff des Hemdes streichelt. Die Fingerspitzen vibrieren leicht, ertasten die kleinste Struktur. Die Wölbungen des warmen Körpers. Fasziniert beobachtet man das Heben und Senken der Brust, die leicht geöffneten Lippen sowie seinen Blick, der sich regelrecht in deinen brennt.
All dies begleitet von einem Anker seines Geruchs, der tief in deine Seele
sinkt. Man wird exzessiv, empfindet Glück nur mit diesem einen Anker, den
man immer und immer wieder aktiviert, sich darin verliert, sich fallen lässt.
In einen tiefen Abgrund, sodass man nach einiger Zeit unfreiwellig aus dieser
Träumerei herausgerissen wird.
Die Illusion des Parfums verflüchtigt sich und alle Anstrengungen, diese
Empfindung zurück zu bringen, verlaufen im Sande. Sie bleibt unwiederbringlich
verloren. So wie ein Vogel, der seine Flügel ausbreitet und davon schwebt.
Man gibt sich der Hoffnung hin, noch einmal ein Sinnesbad nehmen zu können.
Ein letztes Mal. Aber die Intensität verblasst. Genau so wie sein Bild in dir.
Das Bild an die letzte Begegnung.
Das Herz will einem zerspringen. Rastlos jagt man dem Duft, ihm, diesem
erhabenen Gefühl hinterher. Riskiert alles. Dennoch wird es nie so sein wie
vorher.
Oder kehrt es irgendwann in deine Arme zurück, um dieses Spiel
von Neuem zu beginnen?
(Autor: SilverSkin)

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