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ENERGIEPOLITIK

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Nachdem ich mich schon ganz allgemein über den Bundeshalt aufgeregt und dabei auch die Macht der Atomlobby angeschnitten hatte, muss ich mich noch einmal speziell über die derzeitige Energiepolitik der Regierung aufregen.

Am unglaublichsten dabei fand ich ein Interview mit dem Umweltminister, der allen Ernstes behauptete, jetzt endlich habe Deutschland eine vernünftige und sinnvolle Energiepolitik. Der Umstieg auf die erneuerbaren Energien sei nur mit einer Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke möglich.
Mit Verlaub, Herr Minister, aber das ist echt totaler Schwachsinn.

Die Bundesregierung ist schlicht und einfach erpressbar. Dies muss man als Fakt festhalten. Da machen ein paar Industriebosse öffentlich Druck und schon wirft die Regierung eine der wenigen wirklich guten Errungenschaften der rot-grünen Regierung über den Haufen und erfindet die Energiepolitik neu. Nicht nur gegen den Willen der Mehrheit der Bürger - die sie ja immerhin vertreten sollen - sondern auch gegen alle anderen Widerstände und mit den blödesten Begründungen, die man sich nur denken kann.

Die Hauptargumente sind hierbei Umweltverträglichkeit, eine bessere und reibungslosere Umstellung auf erneuerbare Energie sowie Wirtschaftlichkeit.
Na, dann schauen wir uns das doch mal genauer an.

Über "Umweltverträglichkeit" kann man einfach nur lachen. Mag sein, dass ein Atomkraftwerk keinen hohen CO2-Ausstoß hat, aber angesichts der Tatsache, dass es WELTWEIT KEIN EINZIGES GESICHERTES Endlager für Atommüll gibt und wir somit nicht die geringste Ahnung haben, was wir über Millionen von Jahren mit Tonnen von radioaktiv verseuchtem Material machen sollen und sich dieser Müllberg jeden Monat, die die Atomkraftwerke länger laufen, erhöht, ist dieses Argument schlicht lächerlich.

Und was anscheinend seit Jahren erfolgreich immer weiter in den Hintergrund gedrängt wird, ist die Gefahr eines GAUs. Nur, weil ein paar Jahre lang nicht passiert ist, bedeutet das nicht, dass nichts passieren kann.

Kommen wir zu "längere Laufzeiten ermöglichen eine bessere Umstellung auf erneuerbare Energien". Ganz ehrlich: alles, was ich in den letzten Jahren gesehen habe, war, dass der Atomstrom den Ausbau der erneuerbaren Energien verhindert. Durch den scheinbar billigeren Strom (ich komme noch dazu, dass dies ein Trugschluss sondersgleichen ist), der schnellen Profit verspricht, treiben die großen Energiekonzerne den Ausbau alternativen Energien nicht voran. Im Gegenteil: es sieht so aus, als würden sie ihn verschleppen.

Es scheint sogar so, als scheuten die Energiekonzerne die hohen Investitionen in Wind-, Sonnen- und Wasserkraftanlagen und vorallem in den Ausbau der Stromnetze, die zur umfassenden Nutzung alternativen Energien notwendig wären. Klar, kostet ja erstmal Geld. Dass diese Investionen in 20, 30 Jahren wieder in hohen Gewinnen zurückkehren werden, scheint in der Milchmädchenrechnung der großen Stromkonzerne nicht vorzukommen.



Energiepolitik

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Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass es kleinere Unternehmen, allen voran verschiedene Stadtversorger, hingegen mühelos geschafft haben, sich den durch die rot-grüne Regierung "angedrohten" Bedingungen anzupassen, und in alternative Energien investiert haben. Dieser angefahrene Zug der Umrüstung durch kleinere Wettbewerbsteilnehmer wird nun abgebremst. Ähnlich steht es um jene Betriebe, die sich längst mit alternativen Energien beschäftigen und durchaus bereits eine Wirtschaftskraft darstellen.

Das Stützen der Energieriesen und ihrer Atomkraftwerke ist nicht positiv für die Wirtschaft. Im Gegenteil: man zwingt einen zukunftsorientierten Wirtschaftszweig dazu, sich neu zu orientieren und sich gegen alternde, rückständige Platzhirsche durchzubeißen, die anscheinend den Sprung auf den neuen Zug verpasst haben und jetzt um ihre Einnahmequellen fürchten.

Ein energisches Vorantreiben erneuerbaren Energien mitsamt allen Konsequenzen - Um- und Ausbau des Stromnetzes etc. - würde hingegen neues Investionspotential und neue Arbeitsplätze schaffen, was wiederum den Motor der Wirtschaft im Allgemeinen antreiben würde.
Deutschland war auf dem besten Weg, eines der modernsten Länder in Sachen Energiepolitik zu werden. Je länger an den alten Atommeilern festgehalten wird, umso eher wird diese Chance vertan.

Bliebe noch die Wirtschaftlichkeit. Letzlich bereits angedeutet: so lange alles so bleibt, wie es ist, ist die Wirtschaft auch nicht in Bewegung. Und Stillstand ist immer negativ.
Aber es heißt ja immer, Atomstrom wäre so billig. Ach ja? Warum ist er eigentlich so billig?
Erstens: weil die ollen Atommeiler alle längst abgeschrieben sind und so viele Gewinne einfahren, dass die Energieriesen gar nicht wissen, wohin mit der ganzen Asche.
Zweitens: weil es für Atomstrom bisher kaum Abgaben gab. Das Geheul wegen der Brennelementesteuer, die jetzt ja praktisch schon wieder zurückgezogen wurde, ist lächerlich angesichts der Milliardengewinne. Aber man darf darum wetten, dass der Stromkunde diese Steuer letzten Endes übernehmen wird.

Ist Atomstrom wirklich billig?
Hier kommen wir zu einem Punkt, bei dem mich Energieriesen und Politik wirklich immer wieder erstaunen. Denn Atomstrom ist im Endeffekt die teuerste Stromform überhaupt. Und hier kommen wir auf das erste Gegenargument zurück: der Müll.
Die Entsorgung, Sicherung und Lagerung über Millionen von Jahre hinweg des radioaktiv verseuchten Mülls, der bei der Produktion von Atomstrom anfällt, ist teurer als es sämtliche erneuerbaren Energien zusammengenommen jemals sein werden.

Was können wir, die Bürger, die Verbraucher, dagegen tun? - Wie üblich nur recht wenig. Strom sparen, wenn es geht, zu einem Anbieter wechseln, der garantieren kann, dass er keinen Atomstrom verwendet, zu Demos rennen, sich an Unterschriftenaktionen beteiligen und sich Bürgerrechtsbewegungen anschließen.

Auch, wenn es wenig erscheint: tut es, Leute! Wir sitzen jetzt schon auf einer tickenden Zeitbombe, die mit jedem Tag mit Atomstrom, lauter, größer und gefährlicher wird. Ist es wirklich das, was jeder Einzelne von uns seinen Nachfahren hinterlassen will?
Und denkt immer daran: am Ende ist es immer der Bürger, der für den Müll bezahlen wird. Es geht also nicht bloß um unsere Umwelt, sondern auch in abzusehender Zeit massiv um unser Geld!



(Autor: IGiveInToSin)



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