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Kennt ihr diese Langeweile? Diese Langweile, die sich einschleicht, wenn man einen Mann abgelegt hat oder er euch?
Also, ich schon, und Gott sei Dank hat irgendwann jemand das Internet erfunden und entsprechende Antilangeweileforen. Warenhäuser, in denen man ungeniert einkaufen kann. Genau das, was Frau wirklich braucht: Männer.

Gut, Frauen gehen da ganz systematisch vor. Männer klicken sich emsig schnell und ohne nachzudenken durch die Frauenwelt.
Wir haben da ja so eine ganz besondere Strategie, nämlich die "Ich suche keinen hemmungslosen, wilden und schnellen Sex, sondern ich suche ernsthaft." (Ausnahmen bestätigen die Regel!)
Tun wir das wirklich?
Ja, wir tun es und uns immer wieder das Gleiche an, was wir abgelegt haben. Nämlich eben jene Sorte Mann finden, die uns abhanden gekommen ist.

Also ist es doch keine Strategie, es ist einfach eine grobe Fahrlässigkeit.
Wir suchen und finden in der Regel den Mann, der uns dazu gezwungen hat, genau dies zu wiederholen.
Aber egal, Frau lernt ja nicht, will sie auch nicht und wird sie auch nicht.

Mir ist das schon sehr oft passiert, und ich kann euch sagen: schön ist es nicht.
Wie oft habt ihr schon die wahre Liebe über das Internet gefunden? ... Na, na? Nun gebt es mal ganz unumwunden zu.
Gar nicht, richtig?

Erfahrungen meinerseits sprechen für sich. Ich sehe ein Profil und klicke es an, sehe mir die beantworteten Fragen wirklich sehr genau an, finde den Mann Klasse und sende eine Anfrage.
Prompt kommt eine Antwort, ein Hin und Her entsteht, in dem man sich blöden Fragen unterzieht und eben solche auch stellt und dann irgendwann trifft man sich. Meist in irgendwelchen dubiosen Cafes. Ich lasse mich natürlich einladen, ich bin aufregend, geheimnisvoll und beweise Stil und dann geht es los. Er ist uninteressant, aber absolut.
Er zeigt schon beim ersten Treffen, dass er sich nicht ausdrücken kann, er beginnt zu schwimmen, wenn man nach Kindern fragt, wird nervös, wenn man sein soziales Umfeld unter die Lupe nimmt.



Single

Das Bild stammt von www.123gif.de



Das Schlimmste was mir passiert ist, war jemand, der ununterbrochen von sich erzählt hat, ohne Punkt und Komma. Ich glaube, ich habe in den zwei Stunden mehr über ihn, sein Motorrad und sein Haus erfahren, als ich selbst über meine Person jemals wissen werde.
Das turnt doch ab, das ist nicht gut, das ist langweilig!

Aber es gibt auch Männer, denen man von Anfang an zu Füßen liegen möchte. Wenige, aber es gibt sie, das sind Volltreffer, die am Ende nach hinten losgehen.

Einer war ein Mann, der wirklich, aber wirklich eine Augenweide war. Er war unglaublich attraktiv, gebildet und hatte eine so sonore Stimme, dass ich gleich zu Beginn die Beherrschung verlor. Ich baggerte, was das Zeug hielt. Und kurze Zeit später hatte ich seine Zunge im Hals. Und nicht nur die.
Er war Journalist, viel unterwegs, aber gerne zur Stelle.
Leider fand er heraus, dass er plötzlich und ohne Voraussage eine Frau sah, in die er sich unsterblich verlieben musste. Und das war nicht ich.

Dann gab es da den Ingenieur. Ebenso ein Volltreffer.
Groß, gutaussehend und wahnsinnig distinguiert. Wir redeten fünf Stunden und dann verließ er mich, einfach so. Bis er ein paar Wochen später wieder anrief und die Sache klarmachte, ich trau mich ja nicht.
Und das war es dann, die große vermeintliche Liebe, die genau sechs Wochen anhielt und dann abrupt endete, weil Fehler nicht behoben, sondern vergessen werden müssen und gleich noch die Frau, die daran beteiligt ist, nämlich ich.

Und was tu ich danach? Richtig ... das Internet, wieder die Suche, wieder das gleiche Spiel. Wieder dieselbe Masche. Wieder der gleiche Schmerz.
Warum tu ich das? Warum tut ihr das?
Weil wir uns öffentlich niemals so entspannt geben würden, um einen Mann anzusprechen, der uns gefällt. Von dem wir denken, er würde mit uns das Leben bestreiten.
Wir sind distanziert und kühl, sind ständig beschäftigt und schauen noch nicht einmal, ob es potenzielle Kandidaten in unserer Nähe gibt, und wenn wir sie erspähen, dann bleibt es auch dabei.

Oder haben wir einfach nur Angst? Belehrt mich eines Besseren, ich würde es gerne erfahren.



(Autor: Curls And Pearls)



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